Here is a press release of Saarbrücken University which I feel I ought to report. It appeared in the FAZ recently too.
Bei der Lektüre von Geschäftsberichten deutscher Unternehmen trifft man auf viele englische Begriffe. Damit verstoßen die Firmen vermutlich gegen das Aktien- und Handelsgesetz, wie Wissenschaftler am Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes herausgefunden haben. In einer empirischen Studie untersuchten sie die Geschäftsberichte der „DAX 30“-Unternehmen aus dem Jahr 2009 und schauten, wie häufig darin englische Begriffe vorkommen. Laut deutschem Handelsgesetz müssen Geschäftsberichte in deutscher Sprache abgefasst sein. Der DAX 30 umfasst die wichtigsten deutschen Unternehmen aus klassischen Industriezweigen und der Technologie-Branche.
Im Paragraph 244 des Handelsgesetzbuches steht, dass der Jahresabschluss in deutscher Sprache und in Euro aufzustellen ist. Außerdem wird im Aktiengesetz (Paragraph 400 Abs. 1 Nr. 1) unter Strafe gestellt, wenn eine Aktiengesellschaft „Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand, in Vorträgen oder Auskünften in der Hauptversammlung unrichtig wiedergibt oder verschleiert“. Professor Michael Olbrich, der das Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes leitet, ist der Auffassung, dass alle von ihm untersuchten Geschäftsberichte der DAX-30-Unternehmen gegen diese Gesetzesartikel verstoßen. Die Studie wurde kürzlich in der Zeitschrift „Die Aktiengesellschaft“ (AG 2011, S. 326-331) veröffentlicht.
The report relates to a study of the “DAX 30” companies conducted by Professor Michael Olbrich, which I have not seen. The Commercial Code requires that annual reports should be written in German (section 244). In addition, the Aktiengesetz (usually translated as Stock Corporation Act) section 400 (1) no. 1 makes it a criminal offence if a public company ‘misrepresents or conceals the condition of the company, including its relations with affiliated enterprises, in presentations on the financial condition of the company, statements or information provided at the shareholders’ meeting’ (translation by Schneider and Heidenhain). Professor Olbrich allegedly finds all the annual reports of the year 2009 which he studied violated these provisions.
This is not my field, but I find it hard to believe that the use of anglicisms would amount to a criminal offence.
There’s no doubt that German financial and business texts are full of English and ‘English’, and it is sometimes hard to translate ‘English’ into English, but in most cases one understands what they mean – they just wanted to put a bit of icing on it.
Here’s an article in the Saarbruecker Zeitung with more information.
Besonders viele englische Begriffe verwenden Dax-Unternehmen, die den Namen “Deutsche” in ihrem Firmentitel tragen – wie Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Telekom oder Deutsche Post. Die Deutschbanker rangieren laut dieser Studie in der Liste der Englisch-Sünder ganz oben. In deren Geschäftsbericht liegt der Anteil der englischen Begriffe bei 5,65 Prozent aller benutzten Vokabeln. Die Gesamtzahl der englischen Wörter addiert sich auf 8724. Wer den Bericht der Deutschen Bank verstehen will, “muss insgesamt 391 englische Vokabeln beherrschen”. An zweiter Stelle liegt der Traditionskonzern Siemens. Die wenigsten englischen Begriffe werden im Geschäftsbericht des Düngemittel- und Salzkonzerns K+S (Kali + Salz) verwendet. Hier finden sich pro Seite nur 1,77 englische Vokabeln und insgesamt lediglich 1651 englischsprachige Wörter. Sparsam bei der Verwendung der englischen Sprache sind auch der Sportartikel-Hersteller Adidas und der Stahlkonzern Salzgitter. Den Vogel schoss die Volkswagen AG ab.
“In ihrem Geschäftsbericht findet sich jeweils im Anhang des Einzel- und im Anhang des Konzernabschlusses eine vollständig auf Englisch verfasste Verlautbarung”, erläutert Olbrich. Eine deutsche Übersetzung suche man vergebens.