Interpreting at court / Dolmetschen bei Gericht

Artikel heute in der NZ zu einer Gerichtsdolmetscherin beim Amtsgericht in Nürnberg, Jutta Koch (Link wird nicht ewig funktionieren; bei dem Foto ist etwas schiefgegangen, Gott sei dank, dass mein Bild nicht in der Zeitung steht).

bq. Jutta Koch hat einen Einsatz beim Amtsgericht. Dolmetscher wie sie werden in den Verhandlungen regelmäßig gebraucht: als Stimme der Anwälte, Richter, Täter, Opfer. Die Rechtsprechung ist deutsch, doch ihre Empfänger sind so vielsprachig wie die deutsche Gesellschaft. Die junge Frau C. etwa, die beschuldigt wird, mit Marihuana gehandelt zu haben, stammt aus Guinea und spricht nur Französisch. …

bq. Die Straftat, mit der die Staatsanwältin schließt, heißt „unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“. „Commerce illégal des stupéfiants en quantité non négligeable“, sagt Jutta Koch und verstummt. Die Dolmetscherin muss den Sinn treu vermitteln, nicht einzelne Wörter. Einen „anderweitig Verfolgten“ kann sie auch als „einen in einer anderen Sache Verfolgten“ wiedergeben. Dennoch ist Jutta Koch froh, dass sie die Akte schon im Büro übersetzen konnte. Ohne Not warten Verhandlungsführer nicht auf den Dolmetscher.

Das ist merkwürdig. Sie dolmetscht doch ins Französische, da könnte sie sowieso nur einen französischen Begriff nehmen. Geht es vielleicht darum, ob sie die Fachbegriffe parat hat? Sie muss wohl der Angeklagten nicht mit Fachtermini kommen. Wenn sie ins Deutsche zurückübersetzt, wird sie den Begriff nehmen, den das Gericht benutzt hat. Und die ganze Akte hat sie nicht zu Hause übersetzt, denke ich, sondern die Anklageschrift.

Article in German about a court interpreter in Nuremberg. As usual in the press, the reporter probably hasn’t understood everything 100%.

Toeing the line in Bavaria/Wurst und Würste

My favourite Bavarian TV programme, quer (on Thursdays) reported last week on the sad case of the master butcher Franz Xaver Kremhöller from Niederalteich, who finished up paying a 200 euro fine because his meat salad (a Bavarian delicacy) contained too many different types of sausage.
DSCN5468w.jpg

The crux of the matter is that there are clearly regulations defining Fleischsalat and Wurstsalat, two delicacies I believe I have never tried despite being here since 1982. Fleischsalat contains Brühwurst (Langenscheidt: ‘sausage for heating in simmering water’). But does a certain percentage of Brühwurst really mean only one sort? I agree with the email sent to the TV station by Franz Pieringer, that Brühwurst is a collective:

bq. mir scheint, dass das Verständnis für die deutsche Sprache bei allen Beteiligten des Fleischwurstskandals (!) nur rudimentär vorhanden ist. Wenn Sie sich eine Wurstsemmel kaufen, werden Sie doch nicht böse sein, wenn mehr als nur eine Sorte Wurst drin ist, und auf einem Käseteller, den Ihnen der Kellner zum Abschluss eines Essens bringt, darf doch auch mehr als nur eine Sorte drauf sein.
Bei “Brühwurst” im Singular handelt es sich doch um einen Sammelbegriff! Warum also nicht mehrere Sorten von Brühwurst? Spätestens dem an Gesetzes- und Verordnungstexten geschulten Richter hätte da ein Licht aufgehen müssen, oder bin nur ich so blöd?

Picture of Bavarian Fleischsalat. (Disclaimer: no guarantee that this is the right recipe or legally eaten in Bavaria, and I dissociate myself once again from all links)
Article in Passauer Neue Presse
Article in Oberbayerisches Volksblatt