German law firms’ websites/Deutsche Anwälte im Internet

jurabilis! hat in letzter Zeit ein paar nette Anwaltssites gelinkt. Die Site von Rechtsanwaltskanzlei Rogozenski hat Alexander bemerkt:

bq. Frau Hagemeier-Pietruska ist als Rechtsreferendarin und Kanzleipartnerin in Spe, die rechte Hand Herrn Rogozenskis. Sie ist daher u.a. maßgeblich an den kanzleistrategischen Entscheidungen beteiligt. Frau Hagemeier ist insbesondere für ihre juristischen Genauigkeit und Tiefe bekannt. Sie gilt auch deshalb als das „Gewissen“ der Kanzlei. Ihre Interessenschwerpunkte sind insbesondere das Miet- und Vertragsrecht.

bq. Herr Rogozenski hat neben seinem großen juristischen Repertoire insbesondere die Tätigkeitsschwerpunkte Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Internationales Vertragsrecht und Internetrecht.

Es erinnert mich schmerzhaft daran, wie schwer es ist, deutsche Anwaltssites zu übersetzen. Sehr häufig: “Neben … hat er insbesondere auch noch die Tätigkeitsschwerpunkte…”. Ganz so weit geht es aber meistens nicht:

bq. Herr Rogozenski ist für sein außergewöhnliches Durchsetzungsvermögen bekannt. Er ist bei Mandanten wegen seiner ruhigen und klar verständlichen Darstellung der Rechtslage beliebt und bei Gegnern aufgrund seiner Erfolge bekannt und berüchtigt.

Wenn das in einer Referenz stünde, würde man ihm nie wieder Arbeit geben, außer vielleicht als bezahlten Killer.

Die heute von Benjamin bemerkte Site von Dr. Frohnecke & Partner hat Bilder von Stoiber und Westerwelle. Mir gefällt am besten die Index-Seite, wo ein Bild des Kanzleigebäudes beunruhigend und schneller als Weihnachtsbeleuchtung zwischen Nachtbeleuchtung und Tagesansicht blinkt. Die Mandanten sind den Anwälten streng nach Geschlecht und Haarfarbe zugeteilt.

Auf Anhieb finde ich nichts ganz so schlimmes, aber Delia Venables hat viele Websites von Anwälten in Großbrittanien. Hier Solicitors, hier Barristers. Seite für Irland.

Ein paar lustige Sites in den USA habe ich in einem früheren Eintrag aber erwähnt.

Angela Merkel observed/Die deutsche Thatcher?

The Independent takes a look at Angela Merkel:

bq. Ms Merkel is a phenomenon. She is a woman at the helm of a major party in a political culture that is even more male-dominated than our own. And she is an Ossi – an East German – who has successfully made the transition into the upper echelons of united Germany’s still west-dominated political hierarchy. That is a remarkable achievement in itself.

bq. Is she the German Thatcher? “Well, there is one important difference,” she shoots back with a smile. “I was in favour of German reunification. She was a chemist, I am a physicist.” Then, more reflectively, she adds: “My whole life was changed by reunification. I have experienced change as something good, not something to be avoided.”

SchadenSersatz die Zweite

Es gab/gibt noch eine rege Auseinandersetzung bei lawblog über das Thema SchadenSersatz von gestern. Die Kommentare sind lesenswert.

Dort, und in pt auch, wurde der Zwiebelfisch bei Spiegel online von Bastian Sick zum Thema zitiert. Jetzt erst habe ich den Artikel dort angeschaut und finde ihn nützlicher, als ich von den Zitaten gestern erwartete. Es gibt auch einen Anhang mit den Details und üblichen Schreibweisen. Ich erinnerte mich vom Germanistikstudium her daran, dass der Gebrauch schwankt (z.B. Weihnachtsbaum), aber die Details könnte ich mir nie merken.

Im Zwiebelfisch Artikel selber, Bratskartoffeln und Spiegelsei, heißt es unter anderem:

bq. Ähnliches Kopfzerbrechen wie der Schadensersatz bereitet vielen Deutschen immer wieder ihre Einkommenssteuererklärung. Man hört und sieht alle Arten der Steuer nämlich auch immer mal ohne das Fugen-s, vorzugsweise in amtlichen Schreiben, aber auch in Zeitungen und Magazinen wie dem SPIEGEL. Einkommen[s]steuer, Vermögen[s]steuer, Unternehmen[s]steuer – wer soll sich da noch auskennen? In ihrem Bestreben, alles zu vereinheitlichen, hat die behördliche Sprachregelung das Fugen-s vor jeglicher Form der steuer für abgeschafft erklärt. Da es auch nicht Tabakssteuer und Hundessteuer heiße, könne es folgerichtig auch nur Grunderwerb- und Körperschaftsteuer heißen.

Das heißt, die Beamten finden sich nicht damit ab, dass Sprache variiert, und zwar mit dem Argument, man rede nicht von Bratskartoffeln.

bq. Behördendeutsch ist seit jeher bemüht, sich allgemeiner Verständlichkeit zu entziehen, und so ist die Einsparung des Fugenzeichens nur eine weitere Kürzungsmaßnahme auf dem Weg zur vollständigen Entfremdung von den Bürgern und ihrer Sprache.

Noch nicht gelesen – auch nicht gekauft – das Zwiebelfisch Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – auch als zwei Audio-CDs jetzt zu haben:

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, 2 Audio-CDs

SchadenSersatz?

Man liest manchmal Schadenersatz und manchmal Schadensersatz. Ich hatte immer den Eindruck, dass beide Formen gleich oft vorkommen und keine “juristischer” ist.

Das Thema wurde jetzt in der pt-Gruppe besprochen.

Dort hieß es:

Der Duden suggeriert: “Schadenersatz” sagen alle, “Schadensersatz” nur die
Verfasser des BGB (so viel zum Thema “Juristendeutsch” — oder
Duden-Kompetenz).

Eine andere Meinung war: Schadenersatz ersetzt den Schaden, ist also korrekt (aber da es sich hier um ein Fugen-S handelt, muss das nicht stimmen, oder?)

Es war mir aber neu, dass das BGB hier auffällt (mit SchadenSersatz).

Sicher gibt es mehr S im Süddeutschen / Österreichischen – Erbserklärung fand ich gewöhnungsbedürftig.

SPÄTERE ANMERKUNG: in §611a BGB steht das Wort tatsächlich ohne Fugen-S, aber eben nur das eine Mal:

Die Länge der Frist bemißt sich nach einer für die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen im angestrebten Arbeitsverhältnis vorgesehenen Ausschlußfrist; sie beträgt mindestens zwei Monate.

NOCH SPÄTER: Mir wurde mitgeteilt, dass das JuraWiki sich der Sache angenommen hat:

M

an kann das mit oder ohne “s” in der Mitte schreiben. Nach Google steht es 643.000 ([Google]Schadensersatz) zu 505.000 ([Google]Schadenersatz). Im BGB wird meist die Schreibweise mit “s” verwendet (siehe [WWW] § 280 BGB), in HGB und ZPO beide Schreibweisen durcheinander, in der Insolvenzordnung die Schreibweise ohne “s”.

National courts of EU

When I wrote about the Oberster Gerichtshof als Kartellgerichtshof, I forgot this list (not that it contains that particular term): from the Official Journal of the EU, a list of court names in the original language and English. The site is not free in the long run, so I don’t know if the list will remain accessible (I originally Googled it).

Austria
Bezirksgericht für Handelssachen District Commercial Court
Bundesvergabeamt Federal Procurement Office
Handelsgericht Commercial Court
Oberlandesgericht Higher Regional Court
Oberster Gerichtshof Supreme Court
Landesgericht Regional Court
Landesgericht für Zivilrechtssachen Regional Civil Court
Tiroler Landesvergabeamt Procurement Office of the Land of Tyrol
Unabhängiger Verwaltungssenat Independent Administrative Senate
Verwaltungsgerichtshof Administrative Court

I really must stop writing about this topic – it’s getting boring.