Kann es gesetzlich verboten sein, “englische Muttersprachler” (“native English speakers”) als Übersetzer oder Dolmetscher zu suchen? Im früheren Beitrag zitierte ich eine englischsprachige Werbung aus der Süddeutschen Zeitung für Übersetzer, die in beide Richtungen übersetzen sollen und “mother tongue standard” (auf dem Sprachniveau von Muttersprachlern) aufweisen sollten. Im Kommentar schreibt Robin Bonthrone, die Guardian habe eine solche Anzeige abgelehnt.
Ich habe aber den Eindruck, es könnte in der EU als diskriminierend angesehen werden, als *nicht*-Übersetzer englische Muttersprachler zu suchen, und die Guardian hat etwas durcheinandergebracht (sie erwähnte auch Rassendiskriminierung). Denn native speaker kann jeder Rasse oder Nationalität angehören, muss bloß in einer englischsprachigen Umgebung aufgewachsen sein.
In an earlier entry, I quoted an English ad for translators of ‘mother tongue standard’ in the Süddeutsche Zeitung. in one of the comments, Robin Bonthrone says that the Guardian refused to place an ad for a translator into English and he had to put it in the Economist:
bq. I wonder if this has a legal background? Earlier this year, we were going to advertise a position for a senior native-English translator with the Guardian in the UK. They refused to accept the job requirement for a “native English speaker”, claiming this breached equal opportunities and/or racial discrimination law. So we pulled the Guardian ad and it went into the Economist instead.
I would be quite annoyed if I discovered that native speakers could not be sought. The word ‘native’ in ‘native’ speaker does not, of course, mean someone who has lived in England since birth. It means, I would say, someone who has grown up in an English-speaking environment. Probably that definition could be polished, but a person born to English-speaking missionaries in some distant land would still be a native English speaker.
A Google search revealed some Esperantist anger at the EU seeking native speakers of English for *non*-translation jobs. That I can see.
bq. Die Beschwerde richtete sich gegen Fälle sprachlicher Diskriminierung sowohl seitens europäischer Organisationen, die teilweise oder gänzlich durch die Europäische Kommission finanziert werden, als auch seitens privater Unternehmen, die mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten. Diese Organisationen veröffentlichten wiederholt Stellenanzeigen, die Sprecher mit English mother tongue oder English native speakers verlangten. Dies hat zur Folge, dass europäische Bürgerinnen und Bürger, die gute oder ausgezeichnete Englischkenntnisse besitzen, diskriminiert werden und nicht eingestellt werden können. Die Europäische Esperanto-Union hat über 700 solcher Anzeigen gesammelt (siehe Liste unter http://www.lingvo.org/eo/2/15). Die Liste beinhaltet keine sprachenspezifische Stellen als Übersetzer oder Dolmetscher, sondern lediglich Arbeitsplätze, für die alle europäischen Bürger theoretisch gleiche Chancen haben sollten – auch wenn sie nicht englischer Muttersprache sind.
Other comments on EU practice also seem to radiate from this Esperantist initiative.
The definition of a native speaker, and even of ‘native speaker competence’, was a recent topic on languagehat, incidentally.